Zurueck zur Uebersicht


Kalenderwoche 33



» 21.Aug 2006
    "Visitenkarten sind da!!!" .
    In SH ist es sehr wichtig Visitenkarten zu haben! Vor jedem Gespraech mit fremden Leuten werden Visitenkarten ausgetauscht. Und zwar icht so wie wir es kennen, mit einer Hand ganz laessig und cool, sondern man gibt seine Karte mit beiden Haenden und nimmt die des Anderen mit beiden Haenden. Danach nicht einfach "ja, ok, danke" sondern erstmal bewundern und irgendwas nettes sagen "oh, tolles Papier" - halteben irgendwas daher schleimen. Selbstverstaendlich ist die Karte bilingual. Vorne englisch, hinten chinesisch.
    (Bild: Vcard)

» 22.Aug 2006
    "Mar heisst Pferd" .
    Mein Vorname setzt sich aus zwei Zeichen zusammen. Die zeichen haben jeweils einen eigenen Sinn. So kommt es, dass die erste Silbe meines Vornamens 'Mar' mit dem Zeichen des Pferdes dargestellt wird. Pferd heisst im Chinesischen Mar. Das zweite Zeichen 'tjin' hat keine bestimmte Bedeutung. Jedenfalls betonen die Chinesen meinen Namen wie "Maadien". Natuerlich habe ich die Lacher immer auf meiner Seite!!
    (Bild: Vcard)


» 23.Aug 2006
    "Betonautos" .
    Heute Morgen stand ich an der Ampel und konnte nurnoch staunen!! Sehr wahrscheinlich wurden irgendwo Fundamente fuer einen neuen Wolkenkratzer betoniert, jedenfalls standen an der roten Ampel ca. 30 Betonlaster die wohl alle das gleiche Ziel hatten. Nachdem sie wieder angefahren sind, konnte man die eigene Hand nicht vor Augen sehen. Feinstaub ist in China noch keine Thema!


» 24.Aug 2006
    "Angel, was ist das" .
    Waehrend meines taeglichen Baustellenrundgangs muss ich auch immer den Wasserstand des angrenzenden Baches ueberpruefen. In den Bach entsorgt das ganze Viertel seinen Unrat. Mich hat es auch nicht gewundert, dass aufeinmal ein alter Hut auf der Wasseroberflaeche vorbei geschwommen kam. Ploetzlich schiesst der Hut mit dem dazugehoerigen Chinesen aus dem Wasser, nimmt einen Kartoffelsack und steckt einen grossen Fisch rein.
    (Bild chineseimbach)


» 25.Aug 2006
    "Kneipentour" .
    Heiko und Ich wollten heute Abend unbedingt EIN Bier trinken. Er muss schlieslich auch Samstags zur Baustelle und ich darf mein Fitnesprogramm nicht vernachlaessigen.
    Mit dem Auto sind wir zum Peoplessquare um im 'Babarossa' EIN Bier zu trinken. Das Babarossa liegt mitten im Park an einem See. Die Bar ist im orientalischen Stil. Die Preise sind auf Euro Niveau, man findet also wenig Chinesen. Die Hitze macht einen sehr durstig und Gin-Tonic dient zur Malariavorbeugung (hab ich mirsagen lassen). Jedenfalls hatten wird das zweite Bier mit einem Gin Tonic verduennt.
    Da der Abend noch zu jung war um zu schlafen, sind wir dann ueber den 4 stoeckigen Highway zum Bund in ein Dachterassenlokal. Vor dem Lokal gibt man Auto und Schluessel ab (Wie im Film). Vom Dach konnte man die ganzen bekannten Gebaeude (JinMao Tower, Orintal Pearl Tower usw) sehen (Bild: Skyline)
    Da es auch hier so heiss war, mussten wir ein Bier trinken. Da uns auch die Angst vor Malaria verfolgte, kam der GinTonic direkt hinterher. Mit einem laessigem che`che` bedankte ich mich bei der Toilettenfrau, als sie mir die Haende abtrocknen wollte.
    Hunger!!! Nach dem letzten GinTonic waren wir schmerzfrei und hatten uns ein paar leckere Fleischspiesse an der Strassenecke gegoennt. (Bilder: GrillamEck) Ab ins Auto (wir konnten noch fahren! keine Angst!!!) ein paar Ecken weiter in den Cotton-Club. Der Cotton Club ist ein verrauchter Jazzclub. Die Mulitculti Jazzband spielte tolle Musik (nichts fuer krasse Gangsterrapper!) Der Gin-Tonic war gut und die Band spielte nur bis 2.00 Uhr. Bilder vom Cotton-Club
    Am naechsten Tag lag ich mit Klamotten und Schuhen im Bett.


» 25.Aug 2006
    "Schon wieder Jazz" .
    Nachdem ich mir die Schuhe und Klamotten vom letzten Abend ausgezogen hatte, hatte ich mein Appartment sauber gemacht. (den ganzen Tag)
    Abends: Taxi fahren ist nicht einfach! Der chinesische Taxifahren versteht nur Chinesisch. Da ich wieder in den Cotton-Club wollte, ich aber nicht wusste, wie ich es ihm klarmachen sollte hatte er eine Nummer gewaehlt. Das Maedel in der Zentrale konnte gut Englisch, ich dachte sie hatte mein Ziel kapiert. Das Taxi fuhr und fuhr, durch halb SH. Ploetzlich sagte der Fahrer 'finish' - ich musste aussteigen. Ich war nun in einem unbekannten Stadtteil und konnte mich nicht mehr orientieren. Das Zentralenmaedel hatte mich wohl zu einem anderen Jazzclub geleitet. Der Club war sehr sehr gut. Live Band auf zwei Ebenen. Europaeisches Publikum, ein paar Deutsche. Hatte mich am spaeten Abend mit einer US-Chinesin unterhalten. Ich glaube, sie wollte wohl mehr als nur einen Gin mit mir trinken. Ich bin dann gegen 2 Uhr gefluechtet.
    Taxiproblem Teil2: natuerlich konnte ich dem Fahrer noch dem Zentralenmaedchen klarmachen wo ich wohne. Heim gehen konnte ich auch nicht, da ich nicht wusste, wo ich bin. Zum Glueck hatte ich einen Kassenbon von IKEA (Shanghai) in der Tasche. Der Fahrer hatte mich nun zum IKEA gefahren. Von dort sind es ca. 1000 Meter zu meinem Appartment. Puhhh Glueck gehabt.


» 25.Aug 2006
    "Dicker Kopf und dicke Bohnen" .
    Ronny Yuan, mein direkter chinesischer Kollege und Bueronachbar hatte mich angerufen und zum Mittagessen eingeladen. Ich bin dann mit dickem Kopf unf Fahne in die U-Bahn um Mark Feng abzuholen. Mark ist ein Supervisor von SIP auf unserer Baustelle.
    Ronny wohnt nahe dem Industriegebiet, indem auch das alte und neue BOMAG Werk steht. Chinesen wohnen sehr einfach. Oft nur Betonboden, nur Putz an der Wand, teilweise Zeitungen als Tapeten. Ronny ist 28Jahre und hat ein Kind mit seiner Frau. Er hat seine Wohnung noch einmal untervermietet. Seine Frau kocht sehr gut Bilder vom Mittagessen
    Es gab Krabben, Schnecken, Ente mit Kopf, viel Gemuese, dicke Bohnen, Lotuswurzel und Suppe. Das Bier war sehr lecker, es loeschte meine Nachdurst und Marks Lebenswillen. Er war nach 2 Glaesern (0,2l) so besoffen, dass er schlafen musste.
    Zurueck sind Mark und Ich mit einem oeffentlihen Bus. Im Innenraum des Busses hat die Motorabdeckplatte gefehlt. Man konnte den Motor schlecht ueberriechen und uberhoeren. Eine Riemenscheibe hat sich ungeschuetzt gedreht. Wenn da einer reingefallen waere, haette es Blut geregnet. An der naechsten Haltestelle hatte der Fahrer eine Schaltafel drueber gelegt.

    Zurueck zur Uebersicht
 Martin Kuhn, St.Goar Werlau